Kontakt / Über uns

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Arbeitsgemeinschaft Anna Freud e.V.
Theaterplatz 15
52062 Aachen

Kontonr.: 1 070 396 781
BLZ: 390 500 00
IBAN: DE79 3905 0000 1070 3967 81
SWIFT/BIC: AACSDE33XXX
Sparkasse Aachen

1. Vorsitz: Marita Zander-Barts
Stellvertretende Vorsitzende: Margarete Nachtwey
Schatzmeisterin: Heike Schmitt
Schriftführung: Dr. Gabriele Potthoff-Westerheide

Über uns

Als praktizierende analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen haben wir den Verein „Anna Freud e.V.“ gegründet, um das Verständnis von seelischer Entwicklung, von Erkrankungen und Krisen und deren zugrunde liegenden unbewussten Konflikten zu fördern.

Mit unserer bisherigen Arbeit ist es uns in Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwesen der KatHO (Katholischen Hochschule Abteilung Aachen) gelungen, erfahrene Fachreferenten zu gewinnen, Supervisionen und Fortbildungsangebote zu organisieren und uns in aktuellen öffentlichen Stellungnahmen für ein analytisches Verstehen einzusetzen. Unsere Veranstaltungen richten sich an Kollegen, Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Eltern und alle Interessierten.

Referenten / Veranstaltungen

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Prof. Dr. Yecheskiel Cohen

Was das traumatisierte Kind braucht

Am 05.05.06, 18.30 stellt Dr. Yecheskiel Cohen an der KFH NW in Aachen die Frage: „Was braucht das traumatisierte Kind zu seinem Wohlsein?“ Anschließend Diskussion. Eine Veranstaltung am Tag vor dem 150. Geburtstag Sigmund Freuds. Vor etwa 250 Wissenschaftler(innen) und Studierenden aller Aachener Hochschulen sprach an der KFH, Abteilung Aachen Dr. Yecheskiel Cohen unter dem Titel „Was braucht das traumatisierte Kind zu seinem Wohlsein?“ über sein psychoanalytisches Konzept zur integrierten Behandlung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen.

In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Anna Freud für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (AKJP) war Cohen am Vorabend des 150. Geburtstags von Sigmund Freud an den Aachener Fachbereich Sozialwesen gekommen.

Im Sommersemester war dem Vortrag ein Feldsemiar für Studierende der Sozialen Arbeit bei Prof. Dr. Jörg Baur zum Thema „Praxis der ambulanten Kinder- und Jugendpsychotherapie“ vorangegangen.

Im Besonderen stand der Vortrag und die damit verbundene interdisziplinäre Auseinandersetzung vor dem Hintergrund des künftigen Master-Studiengangs

Soziale Arbeit M. A. mit einem Schwerpunkt „klinisch-therapeutische Sozialarbeit“.

Cohen berichtete zu dem von ihm entwickelten integrierten Behandlungskonzept am Residental Treatment Center in Jerusalem, einer multiprofessionell arbeitenden stationären Einrichtung.

In seinem Konzept steht etwa die Diagnose „Borderline-Störung“ unter der Perspektive von Entwicklungsstörungen als Folge oft traumatischer äußerer Lebensbedingungen. Diese äußern sich intrapsychisch in einem „nicht kohäsiven Selbst“und beeinträchtigen die Entwicklung einer ausreichenden „Differenzierungs- und Integrationsfähigkeit“.

Um die Potentiale bei betroffenen Kindern und Jugendlichen zu fördern, stellt das Residental Treatment Center einen Raum („potential space“) zur Verfügung, in dem eine intensive, hoch spezialisierte und integrierte Betreuung, Erziehung und psychotherapeutische Behandlung stattfindet. In der konkreten Gestaltung des Alltags spiegeln sich die potentialfördernden Prozesse wider, in die auch die Eltern mit einbezogen werden.

Person

Dr. Yecheskiel Cohen (*1932) ist Psychoanalytiker, Lehranalytiker der Israelischen Psychoanalytischen Vereinigung, deren Präsident er von 1988-1990 war. Er leitete 40 Jahre lang das B’nai B’rith Residential Treatment Centre in Jerusalem, in dem schwer traumatisierte Jungen im Alter von 7-12 Jahren und Jugendliche im Alter von 13-18 Jahren behandelt werden.

Literatur

Yecheskiel-Cohen-Das-misshandelte-Kind  Yecheskiel Cohen: Das mi­ßhan­del­te Kind.

Ein psychoanalytisches Konzept zur integrierten Behandlung von Kindern und Jugendlichen.



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Analytische Kindertherapie

Analytische Kindertherapie

Die analytische Kindertherapie hat zum Ziel, die emotionale Welt von Kindern und Jugendlichen zu verstehen. Es sollen für ihre seelischen Konflikte Lösungen gefunden werden, damit Symptome an Bedeutung verlieren und überflüssig werden.

Kinder und Jugendliche

Reifungsprozesse und Entwicklungsschritte bestimmen die Kindheit und das Jugendalter. Manches Mädchen, mancher Junge geraten dabei in schwere Krisen und unlösbare innere Konflikte oder erleben traumatisierende Beziehungen und Ereignisse, die die unbeschwerte Entwicklung hemmen. Dabei können psychische und somatische Symptome auftreten, wie etwa Ängste, Zwänge, Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken, Beschwerden wie Bauchund Kopfschmerzen, soziale Auffälligkeiten wie Rückzug, Schule schwänzen, Stehlen und Lügen.

Sind diese Symptome nicht nur vorübergehender Natur, sondern bringen das Kind und seine Umwelt in Not und Sorge, dann brauchen die Heranwachsenden therapeutische Hilfe.

Denn „Zeit allein heilt keine Wunden“

(Eckstaedt, Anita; Klüver, Rolf: Zeit allein heilt keine Wunden, Frankfurt a.M. 1980)

Anna Freud

Anna Freud im Portrait
( *1895 in Wien – †1982 in London)

Anna Freud wurde 1895 in Wien geboren. Sie war die jüngste Tochter von Martha und Sigmund Freud und wurde in den 1920er Jahren eine seiner engsten Mitarbeiterinnen.

Als gelernte Pädagogin entwickelte sie die Psychoanalyse des Kindes in Theorie und Praxis („Einführung in die Technik der Kinderanalyse“, 1927; „Wege und Irrwege in der Kinderentwicklung“, 1965). Ihre Schrift „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ (1936) ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der psychoanalytischen Theorie.

1938 emigierte Anna Freud mit ihrer Familie und ihrem schon schwer kranken Vater nach London. Dort gründete sie mit Dorothy Burlingham ein Waisenheim für kriegstraumatisierte Kinder, die „Hampstead War Nurseries“, heute als „Hampstead Child Therapy Clinic“ bekannt, ein vitales Zentrum der Lehre und Praxis für Kinderanalyse und analytische Psychotherapie.

Bis ins hohe Alter war Anna Freud Kinderanalytikerin, Ausbilderin und Herausgeberin der Zeitschrift „Psychoanalytic Studies of the Child“ sowie zahlreicher Publikationen. So wurde sie zur Pionierin der psychoanalytischen Kindertherapie.